Fakten zum Leitungswasser

Mehr schadstoffe als uns guttut

Die Wasserversorgungsunternehmen setzen in der Tat alles daran, die Trinkwasserverordnung einzuhalten. Aber das bedeutet keineswegs, dass das Wasser frei von Schadstoffen ist.

In Deutschland werden jährlich mehr als 32.000 Tonnen Medikamente verschrieben. Über 90% der Wirkstoffe werden wieder ausgeschieden, landen im Wasser und können nur zu einem kleinen Teil herausgefiltert werden. Und es werden immer mehr.

In Deutschland werden jährlich mehr als 32.000 Tonnen Medikamente verschrieben. Über 90% der Wirkstoffe werden wieder ausgeschieden, landen im Wasser und können nur zu einem kleinen Teil herausgefiltert werden. Und es werden immer mehr.

Kritisch sind zahlreiche Substanzen im Wasser:

  • Arzneimittelrückstände: Mensch und Tier scheiden einen großen Teil der Wirkstoffe eingenommener Medikamente wieder aus. Diese Wirkstoffe sind biologisch schwer abbaubar, können deshalb mit konventioneller Klärwerks- und Wasseraufbereitungstechnik meist nur schwer oder unzureichend entfernt werden und sammeln sich so immer mehr im Wasser an. Von den rund 2.300 Wirkstoffen sind ca. 1.100 unkritisch, aber die anderen rund 1.200 Wirkstoffe sind umweltrelevant und potenziell gesundheitsschädlich — von Antiepileptika über Schmerzmittel, Pillenhormonen, Psychopharmaka bis hin zu Antibiotika. Die Zunahme multiresistenter Keime und die Zunahme von Fruchtbarkeitsstörungen sind zwei besonders bedenkliche Trends, die damit in Zusammenhang gebracht werden. Und mit der zunehmenden Alterung der Gesellschaft werden immer mehr Medikamente verbraucht, so dass die Verunreinigung der Gewässer zwangsläufig noch weiter zunehmen wird.

  • Produktionsrückstände, Nanopartikel und andere Mikroschadstoffe: Rückstände von Industriechemikalien und andere Abfallprodukte aus der industriellen Fertigung gelangen in unser Wasser, können aber wie die Medikamentenrückstände nur zu einem kleinen Teil herausgefiltert werden. Kritisch sind vor allem sogenannte “Umwelthormone” — Stoffe, die chemisch ähnlich wie Hormone aufgebaut sind, obwohl sie keine natürlichen Hormone sind. Das normale proportionale Verhältnis von Dosis zu Wirkung gilt bei diesen Umwelthormonen nicht immer — kleinere Mengen können eine höhere Wirkung auslösen als größere Mengen. Grenzwerte sind in solchen Fällen unsinnig. Außerdem ist die Kombination verschiedener Umwelthormone mit ihren unabsehbaren Wechselwirkungen besonders tückisch, vor allem auch, wenn sie mit regulär eingenommenen Medikamenten zusammentreffen. Ganz besonders gefährlich sind diese Wirkungen beim Fötus in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft, wenn über die Schilddrüse die Ausprägung fast aller Organe des werdenden Kindes gesteuert wird. Neue Techniken bei der Abwasserreinigung helfen nur bedingt. Eine Patentlösung zur Beseitigung gibt es nicht; viele Stoffe — insbesondere z. B. Röntgenkontrastmittel — können nicht komplett zurückgehalten werden.

  • Nitrat und andere Abfallprodukte aus der Landwirtschaft: In sehr vielen Gegenden ist das Wasser z. T. erheblich mit Nitrat und zusätzlich mit Dünge- und Pflanzenschutzmitteln aller Art belastet. All diese Stoffe will man nicht trinken und mit dem Kochwasser zu sich nehmen, auch wenn die Menge noch im Rahmen des gesetzlich Zulässigen liegen sollte. Für Schwangere, Säuglinge und Kleinkinder sind diese Grenzwerte nach Ansicht vieler Experten sowieso viel zu hoch.

  • Mikroplastik: Mikroplastikteilchen im Wasser stammen z. B. von Duschgels, Zahnpasta oder anderen Mitteln mit Peeling-Effekt; auch sie können mit konventioneller Filtertechnik nur zu einem kleinen Teil aus dem Wasser herausgeholt werden und sind ebenfalls potenziell gesundheitsschädlich.

Das potenziell gesundheitsschädliche Nitrat wird vor allem über Düngung in den Boden eingebracht, sickert durch alle Gesteins- und Erdschichten hindurch und kommt so zwangsläufig im Wasser an. Die Versorger bekommen es aber nur zum kleinen Teil aus dem Wasser wieder heraus.

Das potenziell gesundheitsschädliche Nitrat wird vor allem über Düngung in den Boden eingebracht, sickert durch alle Gesteins- und Erdschichten hindurch und kommt so zwangsläufig im Wasser an. Die Versorger bekommen es aber nur zum kleinen Teil aus dem Wasser wieder heraus.

Wenn man sich vor all diesen Schadstoffen schützen will, muss man sich selber helfen. Der Wasserversorger oder auch der Vermieter werden aller Voraussicht nach darauf verweisen, dass doch die gültigen Grenzwerte eingehalten werden. Das stimmt wohl — aber es hilft nicht gegen all die Arzneimittelrückstände, Abfallprodukte aus Industrie und Landwirtschaft, Umwelthormone und andere Mikroschadstoffe. Die finden sich praktisch überall im Wasser, wie zahlreiche Studien und Untersuchungen ergeben haben.

Tückische schwermetalle

Zwischen Wasserwerk und Wasserhahn kann mit dem Wasser viel passieren. In vielen Fällen nimmt es vor allem Schwermetalle aus den Leitungen, Lötverbindungen und Armaturen auf, die im Körper auch in kleinsten Mengen toxisch wirken können. Das Umweltbundesamt empfiehlt deshalb eindringlich, Wasser, das mehr als vier Stunden in der Leitung stand, nicht zu trinken, nicht zum Kochen zu verwenden und insbesondere nicht für die Zubereitung von Säuglingsnahrung zu benutzen. Die Belastung vor allem durch Schwermetalle ist aber selbstverständlich nicht plötzlich nach vier Stunden vorhanden; die Schwermetalle gelangen fortlaufend ins Wasser. Bei sehr vielen Wasserproben, die wir untersucht haben, ist die Belastung mit Schwermetallen sogar höher als die obere Messgrenze unserer Messapparatur — und damit wirklich besorgniserregend. Viele Menschen leiden im Übrigen unter einer Schwermetallvergiftung, ohne es zu wissen.

Es wird nicht bessser - im gegenteil

Gesundheitliche Schäden durch Arzneimittelrückstände und andere Mikroschadstoffe im Trinkwasser zeigen sich in der Regel nicht kurzfristig; auch Karies entwickelt sich nicht sofort nach dem Lutschen süßer Bonbons. Viele Schadstoffe können aber langfristig bedenkliche Spätfolgen verursachen — selbst wenn sie nur in kleinen Spuren vorhanden sind. Es ist deshalb auf jeden Fall sinnvoll, solche Schadstoffe so weit wie irgend möglich zu vermeiden — sowohl in der Nahrung wie auch im Trink- und Kochwasser. Das gilt für jeden Menschen, aber ganz besonders wichtig ist dies bei Babys, Kleinkindern, Schwangeren, alten Menschen und chronisch Kranken.

Die meisten Kläranlagen wurden gebaut, als es die Belastungen des Wassers mit Medikamentenresten, Psychopharmaka, Umwelthormonen, anderen Produktionsrückständen und chemischen Abfallprodukten noch nicht in dem heutigen Ausmaß gab. Es wird noch Jahrzehnte dauern, bis alle Wasserwerke Filtertechniken installiert haben, die derartige Verunreinigungen ausreichend zurückhalten. Also muss man sich selber helfen.


Olga B.png
Ich dachte immer, dass unser Wasser einwandfrei ist. Das mit den Medikamentenrückständen im Wasser hat mich echt geschockt. Die will ich weder unserem Baby noch uns verabreichen. Gut, dass die purgo200 das alles rausholt. Danke, Herr Kiel, dass Sie uns darauf hingewiesen und so gut beraten haben!
— OIga B., Wien